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Die Mitgliederentwicklung zeigte einen steten Aufwärtstrend. Im Jahre 1 954 mit 56 Mitgliedern neu gegründet, zählte der Verein im jahre 1968 immerhin 158 Mitglieder. Der Fortbestand eines Vereines ist nur gewährleistet, wenn es ihm gelingt die Jugend zu gewinnen. Diese entscheidende Tatsache erkannte der Schießmeister Ludwig Bertram und gründete im Jahre 1968 eine Jugendabteilung. Ihm gelang es, die Jugendlichen zu gewinnen, zu motivieren und mit ihnen achtbare Erfolge zu erzielen. Der erste Nachfolger in der Leitung der Jugendabteilung war der Schießmeister Dieter Ruhkopf. Er übernahm und leitete die 30-köpfigeJugendgruppe.

Die Anfang der 70er Jahre unternommenen Anstrengungen, ein Vereinshaus auf dem ehemaligen Sportplatz zu errichten, scheiterten. Der Verein führt nach Schließung der Gaststätte Bertram seinen Schießbetrieb, die Versammlungen und Feste, wie Proklamation und Winterschützenfest, im Vereinshaus des befreundeten Schützenvereins Rethmar durch. Trotz des auswärtigen Schießbetriebes in Rethmar hat sich die Beteiligung der Mitglieder an den Vereinsaktivitäten nicht verschlechtert.

Durch die Gemeindegebietsreform im Jahr 1974 wurde die Gemeinde Evern mit 14 weiteren Ortschaften in ihrer Selbständigkeit aufgelöst und in die Samtgemeinde Sehnde integriert. Im gleichen Zeitraum wurde auch das Schulwesen reformiert. Die kleinen Dorfschulen wurden aufgelöst. Das Schulbildungswesen wurde überwiegend in der Kerngemeinde Sehnde kon­zentriert. Das dadurch leerstehende Schulgebäude in Evern sollte anfäng­lich durch die Gemeinde Sehnde als Schulträger verkauft werden. Dem Schützenverein Evern als mitgliedermäßig stärksten Verein in Evern, war für seine Schießsportlichen Aktivitäten ein Schützenhausneubau durch die Gemeinde Sehnde in Aussicht gestellt, aber immer wieder infolge der recht hohen Investitionssumme verschoben bzw. zurückgestellt.

Die Veräußerungsabsicht des ehemaligen Schulgebäudes durch die Gemeinde Sehnde hat dann einige Bürger, Schützen und Kommunalpolitiker auf den Plan gerufen. Es ging nicht in die Köpfe vieler Everner Bürger, dass dieses Gebäude, welches einmal durch Steuermittel der Bürger finanziert wurde, einfach in fremde Hände gehen sollte. Durch eine beständige, hartnä­ckige Vertretung des Standpunktes, das Schulgebäude letztendlich in Vereinsbesitz zu übergeben, ist es den Kommunalpolitikern und Schützen­brüdern Helmut Schlombs und Helmut Ehlers sowie der Schützenschwester Inge Fröchtling zu verdanken, das mit der Gemeinde Sehnde ein Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen werden konnte. Viele, schwere und langwierige Verhandlungen mit den offiziellen Vertretern der Verwaltung‘. der Gemeinde Sehnde waren erforderlich, bis es am 22. April 1981 zum Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages mit der Gemeinde Sehnde: kam. Damit wurde der Schützenverein offizieller Besitzer des Schulgebäudes von Evern und konnte nunmehr mit dem Umbau der Schule zum Schützenhaus beginnen

Von Juni 1981 bis November 1982 wurde der anstehende Umbau durchge­führt. In der Zeit des Umbaues gab es eine positive Einstellung aller Mitglieder zu dieser Maßnahme Es gab kaum Differenzen bei der Durchführung der Umbaumaßnahme selbst und den gebildeten Bau und Finanzausschüssen Bei den anstehenden Bauarbeiten wurden mehr oder weniger von allen männlichen Mitgliedern die Ärmel hochgekrempelt, in die Hände gespuckt und die gesamte Umbaumaßnahme in Eigenarbeit des Vereins in allen Baugewerken durchgeführt jedes erwachsene Mitglied wurde nach sei­nen handwerklichen Fähigkeiten der entsprechenden Baugruppe zugeteilt und hat dort die festgelegten Arbeiten und Pflichtstunden abgeleistet. Viele Mitglieder haben hierbei weit über das festgelegte Maß der Pflichtstunden hinaus bei dem Umbau tatkräftig mitgewirkt.

Die Damen des Vereins wollten auch hier nicht zurückstehen und haben bei der Verschönerung des Hauses z.B. Maler und Tapezierarbeiten, Gardinen-Herstellung, Dekoration und Raumschmuck für Wände sowie für Reinlichkeit im neuen Schützenheim gesorgt. Selbst im Jahr des Schützenhausumbaues wurden die Vereinsgeschäfte nicht zurückgestellt. So wurde beispielsweise die alte, nicht mehr zeitgemäße, Satzung des Vereins überarbeitet und eine neue Vereinssatzung angefertigt. Hierfür erforderliche Erarbeitungen, Diskussionen und Beschlüsse wurden in meh­reren Vereinsversammlungen diskutiert und zu Papier gebracht. Am 26. März 1 982 wurde die neue Satzung von der Mitgliederversammlung verab­schiedet.

Anfang der 80er Jahre bestand eine enge freundschaftliche Verbindung zu einer Sanitätskompanie der Bundeswehr mit Stützpunkt in Hildesheim. Der Ursprung dieser Verbindung entstand durch die Jägerschaft in Evern und wurde auf die Schützen ausgeweitet. Es fanden auf einem Schießplatz in Hildesheim mehrere Schießübungen mit fröhlichem Ausklang statt.

Hier im Ort bei den Schützenfesten feierten auch Bundeswehrsoldaten mit. Unsere Umzüge wurden in diesen Jahren immer durch uniformierte Soldaten bereichert. Großes Interesse erregte zu einem Schützenfest der Aufbau und die Vorführung, auf dem Übungsplatz der Feuerwehr, ein Sanitätszelt­lazarett. Am Samstagvormittag des Schützenfestes wurde dieses Lazarett im betrieblichen Ablauf vorgeführt. Eine interessante und lehrreiche Vorführung eines simulierten Ernstfalles für alle Bürger aus Evern.

Neben gesellschaftlichen und schießsportlichen Aktivitäten sind auch stets die geselligen und fröhlichen Ereignisse in kleinerer Runde in den Vordergrund einer heilen Dorfgemeinschaft zu stellen. So wurde beispiels­weise im Jahre 1 984 in unserem Schützenhaus als besonderer Gag ein Ortskonsul unter allen Teilnehmern ausgerufen.

Die zündende Idee hierzu hatten zu seiner Zeit die Wirtsleute und Schützen-Schwestern A.+B. Schröder. Dieser Ehrenkonsul wurde auf einem folgenden Sonntagvormittag, mit allen Ehren von seiner Wohnstätte, mit einer Ehren-Karosse, Klasse S 380 mit Stern auf der Kühlerhaube, abgeholt und von 10 Ehrenschützen aus der Jägerschaft und einer großen Schar von Schau­lustigen vor dem Schützenhaus empfangen. Der Gang zum Schützenhaus erfolgte auf einem eigens ausgerollten roten Teppich, eskortiert durch die Ehrenschützen. Der Ehrenempfang wurde mit drei Salutschüssen aus groß­kalibrigen Waffen als Ehrenbezeugung untermalt. Nach feuchtfröhlichem Empfang wurde dem Konsul die vorbereitete Ernennungsurkunde über­reicht.

Als Ehrenbesitz wurden ihm große Ländereien zugesprochen mit einem gro­ßen See (Teich) und mitten drin einer Insel als Wohnstatt. Der Leser kann sich sicher vorstellen, dass es hier nicht nur bei dem lustigen Vormittag geblieben ist. Die Insel wurde noch am gleichen Nachmittag mittels Motorjacht (Schlauchboot mit Elektromotor) inspiziert. Anhängsel aus Schaulustigen haben teilweise die Insel schwimmend erreicht.

Da der Schießsport keine direkte Leibesübung beinhaltet wurde in den zurüc­kliegenden Jahren an den Wochenenden in den Sommermonaten Veranstaltungen wie „Spiel ohne Grenzen“, „Fahrradrallye“ oder auch „Bossel­turniere“ durchgeführt. Schießsportlich wurden Vereinsmeisterschaften, Preisschiessen, KK-Schiessen und Bogenschiessen die zum Teil bei uns nicht durchführbar waren bei befreundeten Vereinen durchgeführt. Viele Schützinnen und Schützen, vor allem unsere Jugend hat immer rege an diesen Schießterminen teilgenommen. Darüber hinaus wurde ebenfalls mit beacht­lichen Erfolgen auf Landesebene, Kreisebene, Große Freie und Stadtebene Sehnde teilgenommen.

Die Jugend des Vereins hat in regelmäßigen Abständen in den vergangenen Jahren ein Zeltlager durchgeführt. Dieses fand überwiegend an den Pfingst­feiertagen in der schönen Lüneburger Heide im Südseecamp statt. Hier wur­de mit engagierten Eltern und Betreuern richtig Powerprogramm mit den Jugendlichen gemacht. Ein immer wieder gern angenommenes Angebot für die Jugend mit besonderen Erlebnissen und Eindrücken. Kulturpflege der besonderen Art betrieben unsere Damen durch Besuche von Theater- und Musicalvorstellungen, Museums- und Brauerreibesuchen bzw. Besichtigung von Wirtschaftsunternehmen und vieles mehr. Es würde hier den Rahmen sprengen, all die Veranstaltungen aufzuzählen, die durch Vereinsmitglieder darüber hinaus noch vorgenommen wurden. Es sei hier nur erwähnt, dass die Beteiligung durch Vereinsmitglieder immer einen schönen Rahmen ausmachten und bei solchen Veranstaltungen der Gemeinschaftsgeist und der Zusammenhalt gepflegt wurden. Der Erhalt und die Fortführung dieses alten Traditionsvereins, mit einem 75-jährigen Bestand und zur Zeit 1 30 Mit­gliedern, muss auch weiterhin sichergestellt werden. Das kann aber nur erfolgen, wenn in unserer schnelllebigen Zeit sich auch immer wieder Menschen finden, ganz besonders auch junge Menschen, mit dem guten Vorsatz, diesen Verein als ein Stückchen erhaltenswerten Bestandteil der hei­len Dorfgemeinschaft zu sehen. Allen Eltern von heranwachsenden Kindern sei versichert, dass die verantwortlichen Gremien dieses Vereins bestrebt sind, den Kindern und jugendlichen im Verein Fairness, Kamerad­schaftsgeist, Zusammenhalt in der Gruppe und der Gemeinschaft, unterein­ander und miteinander zu vermitteln und dass sie dieses neben den schieß­sportlichen Aktivitäten fördern werden.

Hierfür verbürgen sich die Verantwortlichen dieses Vereins!

Die älteste Königsscheibe

Die älteste, noch erhaltene
Königsscheibe Evern's

Älteste Königscheibe aus Evern

Die aus einer Abbruchmaßnahme vom Schützenbruder Klaus Meyer gerettete und restaurierte Königsscheibe des Jahres 1925. Diese Scheibe wurde anlässlich des Jubiläums des Schützenverein gestiftet und im Schützenheim aufgehängt.

 

 

Anfänge des Schützenwesens

Die Anfänge des Schützenwesens sind nicht nur in unserer Region durch das „Große Freie“ gegeben, sondern auch bereits vor der Zeit der Freien Kompanien gab es in anderen deutschen Regionen ein Schützenwesen. Besonders in großen Städten wurde viel Wert auf ein intaktes, geübtes Schützenwesen gelegt. Der nachfolgende aus der Historie überlieferte „Lad­brief“ erteilt Zeugnis hierüber.

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